Jonglierbälle selbstgemacht Sandgefüllte Luftballons geben prima Beanbags ab
Das Jonglieren zählt zu den ältesten Sportarten der Welt. Ägyptische Grab- und Höhlenmaler zeichneten die Tricks mit den fliegenden Bällen schon vor 4.000 Jahren auf Felswände. Erstaunlich: Ihre Bilder zeigen vor allem Frauen. Doch schon bei den alten Römern, Griechen und Chinesen wurde die akrobatische Wurf- und Bewegungskunst auch unter Männern ein Hit. Im Mittelalter zogen die Jongleure regelmäßig als Gaukler durch die Lande. Hier bekam die sportliche Kunst auch vermutlich ihren Namen: Die lateinischen Worte joculator und pilarius heißen Narr und Ball. Franzosen machten daraus zuerst Joglar, dann Jongleur. Später wurden die Nummern mit den fliegenden Bällen, Keulen und Ringen feste Bestandteile von Varietés und Zirkusprogrammen. Heute probiert es fast jeder einmal aus. Und das ist gut so, denn Jonglieren macht nicht nur Spaß, sondern schult auch den Geist und trainiert die Fantasie, das Rhythmusgefühl, das Konzentrationsvermögen, die Geschicklichkeit und das Reaktionsvermögen.
Manche Könner jonglieren auf Einrädern oder Stelzen und werfen sogar mit Stühlen oder Kettensägen. Wenn Du kein Profi bist, dann solltest Du auf jeden Fall auf dem Boden mit harmloseren Dingen wie Tüchern, Nüssen oder Stiften starten, am allerbesten aber wie die alten Ägypterinnen mit Bällen.
Insider unterscheiden drei Ballarten:
• Der Beanbag (deutsch: Bohnensack) besteht aus einer weichen Hülle aus Stoff, Leder oder einem anderen griffigen Material und ist mit Sand, Körnern oder einem Granulat gefüllt. Diese Jonglierbälle eignen sich am Besten für Anfänger, denn sie sind schön griffig, rutschen nicht so schnell aus der Hand und springen nicht weg, wenn sie hinunter fallen.
• Der Stageball hat entweder eine Kunststoffhülle, die ebenfalls mit Granulat befüllt ist, oder er besteht komplett aus Kunststoff. Er ist starrer, größer und schwerer als der Beanbag, lässt sich daher sehr zielgenau werfen und eignet sich damit gut für Profiauftritte. Anfänger lassen lieber die Finger davon, denn er flutscht ihnen zu schnell aus der Hand.
• Der Bounceball sieht aus wie ein Stageball, springt jedoch fast wie ein Flummi vom Boden ab. Artisten nennen den Aufprall Bouncen oder Dotzen und beziehen diesen Effekt in ihre Nummern ein. Anfänger kostet dieser Ball Nerven, denn bei jedem Absturz springt er unkontrolliert weit in der Gegend herum.
So kannst Du Dir Beanbags ganz leicht selber machen:
Jonglierbälle aus Luftballons und Sand Du brauchst pro Ball
• zwei stabile Luftballons in normaler Größe (besser noch einen in Reserve, falls einer zerreißt) • ca. 100 Gramm Sand oder Reis
außerdem als Hilfsmittel
• einen Trichter • eine Schere
So wird’s gemacht:
• Streife den Hals des ersten Luftballons über den Auslass des Trichters und befülle den Ballon mit Sand oder Reis, bis die schlappe Hülle schön straff ist.
• Ziehe den Trichter ab und propfe den Schnippel des Luftballons nach innen. • Schneide vom zweiten Luftballon den Schnippel ab und stülpe die Blase so über den schon befüllten Ballon, dass sich die Öffnungen gegenüber liegen und kein Sand oder Reis mehr heraus rieseln kann. Manchmal brauchst Du etwas Kraft dazu, aber es klappt am Ende meist doch.
Tipp: Wähle für einen Jonglierball stets Luftballons in zwei unterschiedlichen Farben. Damit sehen die Bälle lustiger aus.
Jonglierbälle aus Filz Du brauchst
• gekämmte Wolle in deinen Lieblingsfarben • Murmeln, alte Flummis oder einen anderen schweren Kern • eine Schüssel mit heißem Seifenwasser (möglichst Kernseife),
außerdem als Hilfsmittel
• einen Tisch, auf dem du plempern darfst, • ein Tischset mit Rillen oder ein altes Waschbrett, • ein Handtuch.
So wird’s gemacht:
• Ziehe vorsichtig die Schichten der gekämmten Wolle auseinander und lege dir möglichst gleichmäßige Lagen aus jeweils zwei überkreuz gelegten „Wollschleiern“ bereit. • Umwickele Deinen Kern mit der ersten Lage, besprenkele die Wolle mit heißem Seifenwasser und drücke sie mit der flachen Hand gleichmäßig an. Dann wickele die nächste Schicht überkreuz um die Kugel.
• Wiederhole das Ganze, bis Dein Kern dick und fest verpackt ist und die ideale Größe für Deine Hand hat (probiere dies zwischendurch immer wieder aus!) • Mit der letzten Lage kannst Du nach Belieben noch ein Muster auflegen oder Deine Initialen auflegen. • Drücke alles mit den Fingern gleichmäßig in Form, rolle den Ball zwischen den Handflächen gleichmäßig rund und schäume die nasse Kugel dann tüchtig ein. • Nun lasse Deine Fingern zuerst vorsichtig über die Oberfläche rutschen. Wenn du spürst, wie sich die Wollfasern verhaken und verfilzen, massiere Deinen Ball immer energischer. • Fühlt er sich steif wie ein Brett an, knete ihn mit Seifenwasser auf dem Set kräftig und gleichmäßig durch. Dazu kannst Du ihn auch in das Set einwickeln. • Trocknen lassen, fertig.
Links
Hier bekommst Du Lerntipps:
• http://www.jong.de/jonglieren/baelle.html • http://www.jonglieren-lernen.de - Die Community für Jongleure und solche, die es werden wollen
Hier findest Du die Jongleure vom Circus Monti und ihre Artisten-Kollegen:
• www.circus-monti.ch – Zum Circus Monti gehören Mario und Johann Muntwyler. Die beiden Artisten jonglieren auch auf den Bildern, die Du auf dieser Seite siehst.
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